Für den Wiederaufbau des vernichteten jüdischen Lebens wird nicht eine zur Schau getragene Schein-Synagoge benötigt, sondern in erster Linie jüdische Kindergärten und Schulen.
 
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21. Mai 2026 "Die Zeit"
...antisemitische Plakate in Kiel
...Nach Angaben des Vereins Zebra (Zentrum für Betroffene rechter Angriffe) richtet sich ein Gewaltaufruf gegen einen Kollegen des Vereins. «Namen und Gesichter von ihm sowie einer Reihe von Menschen, die sich aktiv gegen Antisemitismus und Israelfeindschaft stellen, wurden gemeinsam mit einer vermeintlichen Wohnadresse auf vielen Plakaten in der Stadt Kiel veröffentlicht.» Dem Verein zufolge wurden die Betroffenen als «zionistische Faschist*innen» und «Täter*innen» bezeichnet, zudem werde zu Gewalt gegen sie aufgerufen. «Allen Angegriffenen gilt unsere Solidarität», erklärte Zebra
...Die Aktion ziele darauf ab, Menschen, die gegen Antisemitismus kämpfen, öffentlich zu diffamieren...
zweistelligen Zahl antisemitischer Plakate in Kiel... Die erste Anzeige ging demnach am 8. Mai ein, neun weitere folgten...
Dabei erreiche die Veröffentlichung von Namen, Fotos und Privatadressen eine neue Dimension, besonders wenn sie mit Gewaltaufrufen einhergehe...
21. Mai 2026 "br24"
Iran wollte laut Anklage jüdische Repräsentanten in Deutschland ermorden
... Laut Anklage sollten zwei Männer im Auftrag des iranischen Geheimdienstes Attentate auf jüdische und israelische Ziele in Berlin verüben. Außerdem war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft die Ermordung unter anderem des Grünen-Politikers Volker Beck geplant. Er ist Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, gehörte demnach zu den Attentats-Zielen...
20. Mai 2026 "tageschau.de"
Antisemitische Vorfälle nehmen in Hessen zu: "Neue Intensität der Konfrontation"
...Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Hessen ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Es gab knapp 1.100 Vorfälle und damit 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die zuständige Stelle zeigte sich nicht nur wegen der höheren Zahlen besorgt.
Körperliche Angriffe, Beleidigungen, Hetze: Pro Tag passieren in Hessen im Schnitt drei antisemitische Vorfälle - und die Tendenz ist weiter steigend. Für das Jahr 2025 registrierte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) insgesamt 1.099 Vorfälle. Das teilte sie am Mittwoch mit...
Tatorte verlagern sich ins Wohnumfeld
Doch nicht nur die Zahlen nehmen zu. Laut RIAS haben "Betroffene es mit einer neuen Intensität der antisemitischen Konfrontation zu tun". Zudem verlagerten sich die Tatorte, zum Beispiel ins Wohnumfeld oder in die Umgebung von Synagogen. Verhältnismäßig viele Vorfälle fanden 2025 demnach in Bildungseinrichtungen wie Schulen und Hochschulen statt (190 Fälle), auch im ÖPNV (84 Fälle) sowie in Kunst- und Kultureinrichtungen (52 Fälle) stiegen die Angriffe. "Antisemitisches Erleben zieht weite Kreise, wirkt in Familien und Freundeskreise hinein. Wirkt sich aus auf den Alltag, die Zukunftsplanungen und die Frage aus, ob es sicher genug ist, abends die S-Bahn zu nehmen", heißt es in dem Bericht. "Antisemitismus etabliert sich quantitativ auf hohem Niveau und wird dadurch normalisiert", erklärte Urban, die auch Antisemitismusbeauftragte der Marburger Philipps-Universität ist...
20. Mai 2026 "Die Zeit"
Berlin verzeichnet etwa sechs antisemitische Vorfälle am Tag
...Für 2025 registrierte die Meldestelle laut ihrem aktuellen Jahresbericht 2.197 antisemitische Vorfälle. Das sind im Schnitt rund sechs Vorfälle pro Tag...
Auch in Hessen stiegen die Zahlen an. So wurden im Jahr 2025 rund 1.100 Vorfälle dokumentiert. Dies seien 18 Prozent mehr als die 926 Vorfälle von 2024. Die Meldestellen beobachten einen landesweiten Niveauanstieg antisemitischer Straftaten, wie aus dem Antisemitismusbericht der Bundesregierung hervorgeht.
Antisemitisch motivierter Mordversuch nahe dem Brandenburger Tor
Im Januar 2025 hatte ein Tourist einen Mordversuch auf dem Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas nahe dem Brandenburger Tor nur knapp überlebt.
Die Meldestelle in Berlin teilte mit, in 39 weiteren Fällen seien Betroffene geschlagen oder bespuckt worden, auch seien ihnen Kleidung oder Schmuck vom Körper gerissen worden. Neben Bedrohungen (41), Massenzuschriften (49) und Sachbeschädigungen (63) ordnet die Meldestelle 2.004 Fälle der Kategorie »verletzendes Verhalten« zu. Dazu zählen etwa Beleidigungen und Schmierereien...
19. Mai 2026 "BILD"
Aus Angst wollen viele Juden Deutschland verlassen:
„Wir sind froh, wenn wir den Tag heil überstehen“
...„Kill all Jews“ an Berliner Hauswänden, Angst auf dem Fußballplatz, Drohungen im Netz:
In der Hauptstadt berichten Juden von einem Alltag, in dem Beschimpfungen, Angriffe und ständige Furcht zur Norm geworden sind.
Eltern planen Auswanderung, Kinder legen Kippa und Vereinstrikot ab, selbst Spiele eines Jugendklubs stehen unter Polizeischutz.
Wie sich das Leben jüdischer Familien, Studenten und Sportler in Berlin verändert hat und wovor Sicherheitsbehörden jetzt warnen...
18. Mai 2026 "Berliner Morgenpost"
Antisemitismus
„Anhaltende Belastung durch dauerhaften Ausnahmezustand“
...leben Jüdinnen und Juden in Deutschland in einem „Dauerkrisenzustand“. Nur noch 13 Prozent der jüdischen Gemeinden bewerten die Zukunft jüdischer Existenz in Deutschland derzeit positiv: So beschreibt es das Lagebild des Zentralrats der Juden, das am 1. Mai erschienen ist...
Darin zeigt sich die Kluft zwischen der Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft und der Wahrnehmung vieler Jüdinnen und Juden, was antisemitische Gewalt angeht. „Der Krieg im Nahen Osten war immer nur ein Vorwand, niemals ein Grund für antisemitische Übergriffe und Hetze in Deutschland“...
Die gesellschaftliche Solidarität schwindet. Und Jüdinnen und Juden ziehen sich aus der Öffentlichkeit immer stärker zurück...
„Die Sicherheitslage hat dabei tiefgreifende Auswirkungen auf Alltag, Verhalten und die psychische Stabilität von Jüdinnen und Juden in Deutschland.“...
Bestimmte Bereiche stechen heraus. An Berliner Hochschulen erleben jüdische Studierende mehrfache Diskriminierung: Sie reicht von gezieltem Ausgrenzen über antisemitische Andeutungen und Bildsprache (Sticker und Bilder) bis hin zu plötzlichen Angriffen auf jüdische Studierende. Weitere Bereiche sind Schulen, Nachbarschaften, das Gesundheitswesen sowie Kunst und Kultur...
17. Mai 2026 "WELT-ONLINE"
„Ein Antisemitismus, der offen auf deutschen Straßen ausgetragen wird“
...Bei einer pro-palästinensischen Demo in Berlin zum Nakba-Gedenktag sind mehrere Personen festgenommen worden. „Es hat sich weniger um eine Pro-Palästina-Demo gehandelt, sondern eher um eine Anti-Israel-Demo“, so Polizeigewerkschafter Heiko Teggatz...
17. Mai 2026 "Frankfurter Rundschau"
Viele Angriffe auf jüdische Gräber
...Es gibt jedoch nur eine geringe Aufklärungsquote.
...Die hessische Polizei hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren insgesamt 28 Angriffe auf Orte oder Gedenktafeln registriert, mit denen an die Verbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus erinnert wird. Zudem sind den Sicherheitsbehörden in den vergangenen sechs Jahren 21 Schändungen jüdischer Friedhöfe bekannt geworden. Beide Zahlen gehen aus der Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im hessischen Landtag hervor...
Friedhöfe in ganz Hessen betroffen
Die 21 Friedhofsschändungen, die zwischen Anfang 2020 und Oktober vergangenen Jahres festgestellt wurden, betreffen jüdische Friedhöfe in ganz Hessen, unter anderem in Großstädten wie Frankfurt und Offenbach, aber auch in kleineren Orten wie Korbach (Landkreis Waldeck-Frankenberg), Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) oder Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg)...
Zum Schutz von Mahnmalen und Gedenkstätten biete die Polizei individuelle und kostenlose Beratung an, heißt es in der Antwort weiter...
16. Mai 2026 "WELT-ONLINE"
Der ganz normale Antisemitismus des Rap-Superstars Kollegah
...Der Musiker Kollegah erklärt US-Präsident Trump in seinem neuen Song zur „Handpuppe Israels“ und rappt über eine „verblendete, messianische Endzeitsekte“. Bei seinen Hunderttausenden Fans bleibt sein offener Antisemitismus unwidersprochen...
Im neuen Song „Killuminati“ des Rap-Superstars Kollegah, der mittlerweile unter seinem bürgerlichen Namen Felix Blume auftritt, muss man nicht nach Codes und Chiffren suchen, um Antisemitismus zu finden. „Komm ma’ ran, Donald Trump, du kannst mir hier viel erzähl’n, aber mach mir nicht auf Boss, du Handpuppe Israels“, heißt es darin. „Schickst Soldaten in den Tod, machst dir die Hände dreckig, für eine verblendete, messianische Endzeitsekte.“...
„Er rappt gegen die Tech-Barone, Netanjahu, Trump, Bankendynastien und die Epstein-Elite. Amerika und Israel bekommen ihr Fett weg.“ In dem Song spricht Kollegah von einem „Völkermord in Gaza“ und markiert Juden als Feinde: Mark Zuckerberg, Jeffrey Epstein, Harvey Weinstein. Einzelne Namen werden zu Chiffren für ein kollektives Feindbild verdichtet...
Der Autor bescheinigt dem Rapper etwa einen „ausgeprägten Zynismus gegenüber Shoah-Opfern“. Dass ein solches Weltbild von einem Millionenpublikum gefeiert wird, während Widerspruch derart leise bleibt, offenbart eine erschreckende Bereitschaft, antisemitische Ideologie zu normalisieren – und sagt damit mehr über die Gesellschaft aus als über Kollegah...
14. Mai 2026 "Jungle World"
Juden in Deutschland sehen sich im Stich gelassen
Der Krieg war immer nur ein Vorwand
...Wer sich gegen Antisemitismus einsetzt, dürfte die Frage kennen: Bist du jüdisch? Wie viel bittere Wahrheit in dieser Frage steckt, haben die vergangenen zweieinhalb Jahre deutlich gemacht. Denn die Juden stehen im Kampf gegen den Antisemitismus allein wie lange nicht. Der Ausnahmezustand nach dem Terrorangriff der Hamas ist für Juden in Deutschland zu einem Dauerzustand ständiger Bedrohung geworden. Einen Weg, damit fertig zu werden, müssen die Betroffenen allerdings weitestgehend alleine finden...
Jüdisches Leben ist in Deutschland 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gefährdet wie lange nicht mehr. Auf einem anonymen Aushang in der Kunsthochschule Burg Giebichenstein wurde gerade erst die Jüdische Gemeinde Halle als »rassistische und ­zionistische Organisation« diffamiert und Juden eine Mitschuld an einem »Völkermord« unterstellt. Und die Berliner Zeitung berich­tete vom 41jährigen Nimrod, den im Januar eine Gruppe vor einem Späti antisemitisch beleidigt (»Fick dich, Jude«) und verprügelt hatte; nach seiner Operation zog Nimrod zurück nach Israel: »Ich brauchte das Gefühl von zu Hause.«...

¹ Die vollständigen Texte sind auf den Internetseiten (Archiv) entsprechender Zeitungen zu finden.
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