Chanukka Sameach!!! Mögen die Lichter hell leuchten - und vielleicht geht auch der Landesregierung Brandenburg einmal ein Licht auf! חֲנֻכָּה שָׂמֵחַ
 
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Die Wurzel

des Antisemitismus

Der Antisemitismus ist normaler Zustand

 

In unseren Beiträgen „Erlösung oder Endlösung?“, „Wenn Antisemitismus ein Teil der Staatspolitik wird“, „Antisemitismus in Deutschland – Lüge und Wahrheit“, „Eine Erfolgsgeschichte des Antisemitismus in Deutschland“, „Corona aus Sicht des Judentums“ usw. haben wir erläutert, dass der Antisemitismus eine staatspolitische Ideologie ist, die das Ziel hat, das Judentum zu vernichten.

 

Die Machthabenden führen ihren ewigen Krieg gegen das Judentum immer konsequent und aggressiv, aber auch zeitangepasst, kreativ und erfinderisch. Im Vordergrund ihrer Vernichtungsstrategie steht immer, möglichst die gesamte Bevölkerung zum Kampf gegen Juden zu mobilisieren und die angestrebte Vernichtung und Vertreibung des Judentums und der Juden aus dem Hintergrund als „besorgte und empörte Beobachter“ zu begleiten. Sie sorgen dafür, dass jede Generation an Menschen, die unstrittig nicht mit einem Hassgefühl gegen Juden auf die Welt kommen, zu sogenannten Alltagsantisemiten erzogen und zur Bekämpfung des jüdischen Lebens ermutigt werden.

 

Was sind die Wurzeln dieser staatspolitischen Ideologie, die in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts in Deutschland ihre Bezeichnung „Antisemitismus“ bekommen hat? Sind die Gründe des Antisemitismus irrational und bestehen nur, weil G-tt damit die Juden vor Assimilation bewahren will, oder besteht hier doch ein rationaler Aspekt?

 

Die Wurzeln des Antisemitismus sind allen gebildeten Menschen, die Tatsachen von staatspolitischer Propaganda unterscheiden können, bekannt. Eine ausführliche Antwort auf diese Frage findet man in der Tora und in den Kommentaren der jüdischen Weisen und Gelehrten. Wir versuchen heute, wenn auch in einer sehr vereinfachten Form und nur ansatzweise, diese Antwort unbefangenen Dritten zu offenbaren und zu erläutern.

 

Der irrationale Aspekt des Antisemitismus ist klar erkennbar. Ein kleines Volk, das der Menschheit mehr gegeben hat, als alle anderen Völker zusammen, sollte eigentlich von allen Völkern geschätzt und respektiert werden. Die Tatsache ist jedoch eine ganz andere. Wie Mark Twain in seinen „Briefen von der Erde“ schrieb: „Alle Völker hassen einander, und sie alle zusammen hassen Juden.“

 

Juden haben der Welt den einzigen G-tt, die Tora und die moralischen Gesetze gegeben. 15 Millionen Juden, die seit über 2000 Jahren in aller Welt verstreut leben, sind die besten Wissenschaftler, Ärzte, Juristen, Musiker und Künstler der Welt. Obwohl alle Juden insgesamt nur ca. 0,2% der Bevölkerung der Erde ausmachen, gehören 22% aller Nobelpreisträger zu ihren Repräsentanten. Die Menschheit verdankt jüdischen Wissenschaftlern, Medizinern und Geschäftsleuten die bedeutendsten Entdeckungen, Innovationen und Fortschritte im 19. und 20. Jahrhundert.

 

Nennen wir nur ein paar Beispiele:

Benjamin Rubin - Erfinder der gegabelten Impfnadel, die eine wichtige Rolle bei der Ausrottung der Pocken spielte; Jonas Edward Salk - entwickelte den inaktivierten Polioimpfstoff gegen Kinderlähmung; Paul Ehrlich - entwickelte eine medikamentöse Behandlung der Syphilis; Ilja Iljitsch Metschnikow – Begründer der modernen Immunologie. Er entdeckte die Immunabwehr-Mechanismen gegen Bakterien durch die weißen Blutkörperchen (Phagozytose) und erforschte die Heilung und Bekämpfung der Cholera; Stanley Cohen - seine Entdeckung des EGF-Rezeptors hat die Versorgung und die Aussichten für Millionen von Krebspatienten weltweit revolutioniert; Andrew Victor Schally – Nobelpreisträger, der berühmteste Forscher in der Endokrinologe; Aaron Beck - gilt als Vater der Kognitiven Verhaltenstherapie; Gregory Pincus – Entwickler von Antibabypillen; George Wald - Nobelpreisträger, Untersuchung der physiologischen und chemischen Sehvorgänge im Auge...

Stanley Mazor - Entwicklung des ersten kommerziellen Mikroprozessors; Leo Szilard - entwickelte mit E. Fermi den ersten Kernreaktor; Peter C. Schultz - Miterfinder der heute weltweit für die Telekommunikation eingesetzten Glasfaser; Benno Strauß - Wegbereiter für den industriellen Einsatz von rostfreiem Stahl; Theodore Willard Case - entwickelte mit dem Erfinder Lee De Forest Tonfilme; Emil Berliner - Erfinder der Schallplatte und des Grammophons; Charles Paulson Ginsburg – war Leiter eines Forschungsteams bei Ampex, das einen der ersten praktischen Videorecorder entwickelte…

Jeans - Levi Strauss, Starbucks - Howard Schultz, Google – Sergey Brin, oracle corporation - Larry Ellison, Facebook – Mark Zuckerberg…

Und wer kennt schon nicht die Namen von Alfred Dreyfus, Edith Stein, Gad Beck, Martin Buber, Simon Wiesenthal, Theodor Herzl, Walther Rathenau, Albert Einstein, Erich Fromm, Ernst Bloch, Hannah Arendt, Karl Marx, Lise Meitner, Paul Ehrlich, Rahel Hirsch, Sigmund Freud, Theodor W. Adorno, Elie Wiesel, Franz Kafka, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Marcel Reich-Ranicki, Rose Ausländer, Charlie Chaplin, Scholem Alejchem…

Die Liste kann man endlos fortsetzen. 

 

Und noch etwas: Die deutsche Gesellschaft, in der auch nach dem Holocaust der Antisemitismus blüht und Juden diskriminiert, angegriffen und umgebracht werden, hat nicht einen einzigen Juden gesehen, der sich aus Widerstand in einem deutschen Restaurant in die Luft gesprengt hat, der protestierte, indem er Menschen tötete.

 

Der seit über 3300 Jahren anhaltende Antisemitismus hat aber auch einen rationalen Aspekt. Er wird deutlicher, wenn man erkennt, welche gravierenden Gefahren das Judentum für die Machthabenden zu allen Zeiten und aktuell für die selbsternannten Europa-Demokraten mit sich bringt, dass sie das Judentum immer und überall vernichten wollen, und zwar auch dann, wenn sie alle Juden aus ihren Ländern bereits vertrieben haben.

 

Um die wahre Ursache für den ununterbrochen fortbestehenden Antisemitismus zu verstehen, müssen wir zuerst einen Blick auf den Anfang der Menschheitsgeschichte werfen.

 

Die Sintflut und der Widerstand gegen G-tt

 

Vor 4.125 Jahren waren die Menschen so weit in Verbrechen, Raub, Homosexualität und Zooerastie versumpft, dass G-tt sie für diese Sünden zur Sintflut verurteilte. Dem Gerechten seiner Generation, Noach gab G-tt den Grund für das Urteil an: חָמָס (Hamas) – ein Sammelbegriff für die oben genannten Untaten.

 

Damit die nach der Sintflut aus Noachs Familie stammende Menschheit nicht wieder im Hamas versumpft, gab G-tt den neuen Menschen sieben Gebote, nach denen sie ihr Leben auf der Erde gestalten sollten. Doch wollten sich auch die neuen Menschen nicht damit abfinden, dass G-tt der einzige und uneingeschränkte Herrscher und Gesetzgeber ist und die Menschen für ihr gesetzeswidriges Verhalten bestrafen kann. Um dagegen zu steuern, entschied Nimrod, der erste Mensch, der nach der Sintflut die Königswürde erlangte, einen riesigen Turm zu errichten. Der sogenannte Turm von Babel sollte als Hilfsmittel zum Widerstand gegen Macht G-ttes dienen. Das war der erste Versuch eines Machtinhabers, G-tt zumindest gleichzukommen. G-tt brachte den menschlichen Widerstand zum Verfall. Seitdem sollte der Turm von Babel für die Menschheit eigentlich als Sinnbild für Selbstüberschätzung gegenüber G-tt gelten. Doch haben die Menschen die erteilte Lektion schnell wieder vergessen.

 

Als der Sohn von Terach, Awram (später – Awraham), der allererste Jude, anfing, das Wissen über G-tt als den einzig wahren und allmächtigen Herrscher und Gesetzgeber zu verbreiten, unternahm König Nimrod einen – mit G-ttes Willen gescheiterten – Versuch, Awram zu töten. Nimrod sah in G-tt eine Konkurrenz für seine Macht und Awram war derjenige, der diese für die Königsmacht schädliche Ideologie verbreitete. Letztendlich musste Awram sein Land und sein Elternhaus verlassen und G-tt versprach ihm:

„Geh' für Dich allein von Deinem Lande, von Deinem Geburtsort und vom Haus Deines Vaters zu dem Land hin, das ich Dir zeigen werde. Und ich werde Dich machen zu großem Volke, ich werde Dich segnen, und ich möchte Deinen Namen groß werden lassen; werde Du ein Segen. Ich werde segnen die Dich segnen, und mich denen die Dir fluchen entziehen. Durch Dich werden alle Familien der Erde gesegnet sein.“ (Tora, Lech-Lecha; 1.M.12.1ff)

 

So entschied G-tt, ein Volk zu schaffen, das seine Gesetze, also seine Tora, lernen, pflegen und befolgen soll und im Land Kanaan (später – Israel genannt) einen Staat nach Vorschriften der Tora errichten soll. Der so errichtete und funktionierende Staat sollte als Musterstaat und Lehrwerkstatt für alle Völker dienen, damit sie nicht wieder im Verbrechen wie vor der Sintflut versumpfen.

 

Das Versprechen G-ttes ging in Erfüllung. Er befreite die Söhne von Awrahams Enkel Jakov (Israel) aus der ägyptischen Sklaverei und übergab ihnen das Land Knaan, wo Israelis den Staat Israel errichteten. Alle Völker der Welt kamen dann zum König Salomon, um von ihm und vom G-ttesvolk Israel die Gesetze und die Weisheit der Tora zu lernen.

 

Der erste Versuch, alle Juden zu vernichten

 

Jakov, der jüngere Sohn Izchaks und der Enkel Awrahams, bekam von G-tt seinen zweiten Namen, Israel, und zog mit seinen elf Söhnen nach Ägypten zu seinem Sohn Josef, der vom Pharao zum Premierminister ernannt wurde. Vor seinem Umzug schickte Jakov seinen Sohn Yehuda nach Ägypten mit der Aufgabe, dort eine Schule zu errichten, wo die Vorschriften und Gesetze der Tora, die sein Großvater Awraham, sein Vater Izhak und er selbst von G-tt bekamen, an seine Familie weiter vermittelt werden könnten. 

 

Die Ägypter sahen ein, dass G-ttes Name auf Josef ruht und er die Quelle ihres Segens ist, und sie freuten sich hoffnungsvoll über den Zuzug seines Vaters und seiner Brüder. Ägypten war damals militärisch und wirtschaftlich eine weitgehend anerkannte Weltmacht, galt aber zugleich als der unmoralischste Ort der Welt. Auch wenn die zwölf Stämme Israels abgesondert, in der Landesprovinz Goschen lebten, waren sie in Ägypten einer starken Assimilation ausgesetzt. Sie konnten jedoch ihre Sprache, Kleidung und ihre jüdischen Namen bewahren und ließen keine gemischten Ehen zu. Einer der Söhne Israels, Levi, gründete in Ägypten weitere Schulen, in denen sein Stamm sich dem Erlernen der Traditionen und Gesetze der Tora widmete. Diese Lehre beruhte auf der festen Überzeugung, dass G-tt alleiniger Schöpfer, absoluter Herrscher und der einzige legitime Gesetzgeber ist, und vermittelte einige schon damals bekannte Werte der Tora wie Moral, Ethik, Gewissen, Barmherzigkeit, soziale Gerechtigkeit… 

 

Die Söhne Israels wuchsen in Ägypten zu einem großen und starken Familienclan heran. Sie waren von den Ägyptern geschätzt und respektiert und als echter Segen für das Land angesehen. Die Israelis waren gute Nachbarn und zuverlässige Geschäftspartner, aktive und tüchtige Mitgestalter des gesellschaftlichen Lebens und treue Befürworter des Landes und des Pharao.

 

Und weil sie immer zahlreicher und stärker wurden, machte sich der Pharao zunehmend Sorgen über seine Machtposition. Er stellte sich selbst als Gott, Herrscher und den einzigen legitimen Gesetzgeber dar. Die immer größer und stärker werdenden Söhne Israels und ihre für seine Macht schlichtweg untergrabende Lehre, die sie, wenn auch passiv und bisweilen unbewusst, in sich trugen, hielt er für eine bedeutende potentielle Bedrohung. Das zahl- und bedeutungsmäßige Wachstum dieser Bevölkerungsgruppe forderte den ägyptischen Machthaber zum Handeln. Daraufhin entschied der Pharao, die Israelis zu vernichten. 

 

Eine direkte Ermordung zu befehlen, war jedoch sogar für einen so absoluten Machtinhaber wie den Pharao undenkbar. Ihm war klar, dass die Ägypter die willkürliche Ermordung einer respektablen Bevölkerungsgruppe nicht akzeptieren würden und so ein abscheuliches Verbrechen seinen Ruf weit über die Grenzen Ägyptens stark beschädigen würde. Außerdem konnte der Pharao den Israelis offiziell nichts vorwerfen, was seine Vernichtungspläne auch nur annähernd rechtfertigen würde..

 

Der Pharao schlug einen anderen Weg ein, den die Söhne Israels bereits seit über zwei Tausend Jahren in verschiedensten Ländern im Exil, und insbesondere in Deutschland und Europa, immer wieder erkennen können.

 

Auf seine geheim zu haltende Anregung hin, sollte die ägyptische Propagandamaschinerie unter den Ägyptern Hass und Feindschaft gegen die Israelis schüren. Es wurde suggeriert, dass die Israelis auf Kosten der Ägypter immer stärker und größer werden, dass sie heimliche Feinde und potentielle Verräter des Landes seien und sich jedem Angreifer anschließen würden, der kommt um die Ägypter zu vernichten. (In späteren Zeiten warfen auch andere Völker wie Mauren, Türken und Franzosen ihren jüdischen Mitbürgern Beihilfe den Staatsfeinden vor.) Mithilfe einer ausgeklügelten Landesmaßnahme „Gemeinnützige Tätigkeit“ wurden die Israelis, wie man heute sagt „aus besonderem landespolitischen Interesse“, vorerst zu Zwangsarbeiten verpflichtet, allmählich entrechtet und letztendlich versklavt. 

 

Nachdem die Propaganda ihre volle Wirkung zeigte und der Hass gegen Israelis unter den Ägyptern immer stärker wurde, entschied der Pharao, dass sein geheimer Vernichtungsplan auch als politische Waffe zur Konsolidierung seiner eigenen Kräfte dienen muss. Als alleiniger und uneingeschränkter Machtinhaber konnte er jetzt seinen machtlosen und unterdrückten Untergebenen eine Bevölkerungsgruppe zum Zerfetzen vor die Füße werfen, damit sie ihren Frust rauslassen und sich auch mal als Herrscher fühlen konnten. Für die unterdrückten und miteinander konkurrierenden ägyptischen Kasten schaffte er aus den Söhnen Israels eine Paria-Kaste, die Ägypter demütigen, diskriminieren und verachten durften und sich dadurch frei und privilegiert fühlen konnten. (Viele deutsche Gesetze gegen Juden verdanken ihren Ursprung dieser Politik). Der Pharao ermächtigte Ägypter, die Israelis jederzeit zu weiteren Sklavenarbeiten in privaten Haushalten zu verpflichten. Dadurch fühlten sich die Ägypter nicht nur in einer Herrscherposition, sondern bekamen gleichzeitig ein wirtschaftliches Privatinteresse an der weiteren Diskriminierung und Versklavung der Israelis.

 

Da die Israelis trotz allem immer zahlreicher wurden, fingen auf heimlichen Befehl des Pharaos seine Geheimdienste sowie auch viele zur Gewalt gegen Israelis sensibilisierte Ägypter an, israelische Knaben zu jagen und zu tötet. Die ägyptischen Behörden verweigerten den Israelis – selbstverständlich nicht offiziell – jeglichen Schutz gegen die staatlich organisierte „spontane Welle des Volkszorns“, oder, wie es heute in der deutschen politischen Sprache heißt, gegen den Alltagsantisemitismus.

 

Auf der Grundlage der Kommentare des weltweit berühmten Rabbiners aus Deutschland, Rav Samson Rafael Hirsch (1808 - 1888) und seiner Nachfolger kann man gut nachvollziehen, dass die Wurzeln der heutigen staatspolitischen Ideologie, die das Ziel hat, das Judentum zu vernichten, also die Wurzeln des Antisemitismus ihre Anfänge in Ägypten fanden.

 

Esaw und Amalek

 

Ohne das Wissen über Esaw und Amalek kann man nicht verstehen, warum der Antisemitismus ein normaler Zustand der Machthabenden, sei ihre Macht eine Diktatur oder ein unter einem demokratischen Mäntelchen verstecktes Parteikartell, ist und warum Deutschland zum Hauptquartier von Esaw und Amalek wurde und geblieben ist.

 

Esaw und sein jüngerer Bruder Jakov waren Söhne von Izchak und Rivka. Noch vor der Geburt der Brüder erhielt Rivka vom Noachs Sohn Schem eine Prophezeiung, dass zwei große, aber ungleiche Völker von den Brüdern abstammen würden und der Aufstieg des einen immer mit dem Sturz des anderen verbunden sein würde. Der Kampf zwischen den Völkern würde zum Sieg des Jüngeren über den Älteren sein und der Ältere würde dem Jüngeren dienen.

 

Esaws Lebenswandel war nicht im Sinne seines Vaters Izchak und seines Großvaters Awraham. Raub, Mord und Ehebruch waren für ihn nicht gesetzeswidrig. Trotzdem beanspruchte Esaw für sich das Erbe von Awraham und Izchak. Jakov dagegen erstrebte Heiligkeit mit vollkommener Hingabe, strahlte Liebe zu den Menschen aus und G-tt bestimmte die Nachfolge Awrahams und Izchaks allein für Jakov. Durch den Segen seines Vaters wurde Jakov zum legitimen geistigen und rechtlichen Erben seines Großvaters Awraham und seines Vaters Izchak.

 

Daraufhin zog Esaw, genannt auch Edom, weg in das Land Seir, gab jedoch nie seinen Anspruch auf, der alleinige Rechtsnachfolger seines Vaters Izchak und seines Großvaters Awraham zu werden. Er war jedoch nie dazu bereit, das von ihm verachtete und abgelehnte geistige Erbe von Awraham und Izchak zu übernehmen. Seine böse Absicht und sein Vermächtnis an seine Nachfahren stand seitdem für immer fest – Jakov zu vernichten und den Segen Awrahams und Izchaks zu übernehmen, um ihn wider G-ttes Willen für die Legitimierung und Durchsetzung seiner gotteslästerlichen Lebensweise und seines Hauptanspruchs, über andere Völker zu herrschen und zu bestimmen, zu missbrauchen.

 

Unter Esaw (Edom) ist eine Ideologie zu verstehen. Die Preisung der Macht, der Anspruch, Bessermenschen zu sein, Militarismus und Kriegsneigung gehören zu den Haupteigenschaften dieser Ideologie. Dass G-tt der einzige Herrscher und Gesetzgeber ist, lehnt Esaw (Edom) für immer ab - dies beansprucht er für sich allein.

 

So zieht sich der ewige Vernichtungskampf Esaws gegen Jakov durch die Weltgeschichte bis zum heutigen Tage. Es ist ein Kampf von zwei völlig unterschiedlichen Weltanschauungen, von zwei fremden und gegeneinander stehenden Ideologien. Es ist ein Kampf Esaws gegen G-tt, ein Kampf, den bereits der König Nimrod und der Pharao führten.

 

Das Römische Reich gilt im Judentum als ideologischer Nachfolger von Esaw und die abendländische Zivilisation - als Erbe von Rom. Diese Zivilisation stammt vom Esaw ab, der von seinem Vater Izchak und seinem Großvater Awraham, den Gründern des jüdischen Volkes, abkam. Sie ist durchtränkt vom Esaws Geist. Esaw (Edom) ist fleißig, sorgfältig und zielstrebig, aber auch brutal und hochmütig. Er neigt zur Verachtung und Unterdrückung, er erhebt den Anspruch, Bessermensch zu sein und jedes Volk auf dieser Erde in allen wichtigen Lebensfragen belehren zu können. Er greift zur Diskriminierung, Erniedrigung und Diffamierung, aber auch zur Vertreibung und Vernichtung derjenigen, die sich ihm nicht unterwerfen. Die abendländische Zivilisation ist Esaws Welt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Verfolgung und Vernichtung des jüdischen Lebens ausgerechnet in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht haben. Denn Deutschland ist das Hauptquartier von Esaw.

 

In der Tora steht: „…gedenke, was Amalek dir angetan, als du aus Ägypten zogst... Vertilge das Andenken an Amalek unter dem Himmel, vergiss dies nicht.“... (Dwarim, 25:17-19). Der erste Amalek, war der in einer Doppelsünde geborene Enkel von Esaw, er war der Sohn und gleichzeitig der Bruder seiner Mutter. Er wuchs unter Esaws Obhut auf und erbte von ihm den Hass gegen Jakov und seine Nachkommen.

Amalek sagte seinem Großvater Esaw: 

Ich fürchte G-tt nicht. Ich fühle keine Scham, weder für deine noch für meine Taten. Ich brauche den Gerechten keine Ehre zu erweisen. Ich verschmähe sie und ihre Taten. Ich allein bin groß und stark, ich werde Krieg gegen die Söhne deines Bruders führen, offen oder aus dem Hinterhalt. Ich werde die Schwachen überfallen und auch die Starken niedermetzeln, bis es mir gelingt, sie alle endgültig auszurotten.

 

So wuchs ein abscheulicher Zweig von Esaws Stamm. Sein Lebensziel bleibt es für immer, Israel mit eigenen Händen zu vernichten, sogar wenn er dem eigenen Untergang ins Auge schauen muss. Amaleks Ideologie bleibt für immer von der Ablehnung G-ttes und Seines Volkes Israel bestimmt. In den Zeitabschnitten, in denen die Söhne Israels in den Exilländern besonders stark zu Assimilation neigen, wird Edom zu Amalek, zum blutigen Schwert in den Händen Esaws. Mit diesem Schwert wurden in Europa sechs Millionen Juden getötet.

 

Nach der durch G-ttes Wunder und vor den Augen aller Völker erfolgten Befreiung zogen die Israelis aus der Sklaverei aus Ägypten, welches durch die zehn ägyptischen Plagen verwüstet war. G-tt spaltete für die Israelis das Meer und ließ die ägyptischen Streitwagen, die die Israelis verfolgten, im Meer ertrinken. Nach all dem bestanden unter den Völkern der Welt keine Zweifel mehr, dass G-ttes Segen für Awraham und für Izchak in Erfüllung geht und die Israelis unter G-ttes Schutz stehen, damit sie ins Land Knaan zurück kehren und ihre G-ttliche Bestimmung auf der Erde erfüllen können.

 

Als Amalek die Israelis aus Ägypten herausziehen sah, versammelte er sein Volk und lauerte ihnen auf dem Wege auf, um die Schwachen und Kranken zu töten und damit den Status Israels als unantastbares Volk G-ttes zu zerstören und Verwirrung und Zweifel in die Herzen der Menschen zu bringen, sowohl in Israels als auch in die Herzen aller Völker.

 

Durch die Offenbarung am Berg Sinai mit der Schenkung der Tora an Israel, bestätigte G-tt vor den Augen der drei Millionen Menschen, Juden und Nicht-Juden, Seinen Bund mit den Söhnen Israels und ihre besondere Mission, nach den Gesetzen der Tora leben zu müssen und dadurch ein Priestervolk für alle Völker der Welt zu werden.

 

Von der Offenbarung G-ttes, die die ganze Welt veränderte, unbeeindruckt verfolgt Amalek seitdem die Juden, wie eine Schmeißfliege, die sich auf jede offene Wunde setzt. Je mehr sich die Juden assimilieren, desto mehr offene Wunden entstehen bei ihnen und desto stärker wirkt die zerstörerische Kraft Amaleks. Mit ihrer festen Bindung an unsere heilige Tora und zu G-tt können Juden zur vollständigen Vernichtung von Amalek beitragen und sich von der Verfolgung Esaws befreien, aber solange dies nicht der Fall ist, bleibt Amalek die Geißel zur Bestrafung Israels (Tanhuma, 18; Raschi zu Bemidbar, 21:1).

 

Seinen ersten Versuch der „Endlösung der Judenfrage“ unternahm Amalek nach der Zerstörung des Ersten Tempels und der Eroberung Jerusalems durch das neubabylonische Reich, das Chaldäerreich. Seitdem erinnern sich die Juden an die nachfolgenden Ereignisse im babylonischen Exil jährlich zum Purim-Fest bei der dazugehörigen öffentlichen Vorlesung des Buches Ester (Megilat Ester). Aus diesem Buch ist uns bekannt, wie der Nachkomme von Amalek, der oberste Minister des damals mächtigsten Königs Achaschwerosch, Haman, den König von der Notwendigkeit der Vernichtung aller Juden überzeugen konnte. Er sagte zu Achaschwerosch:

„Da gibt es ein Volk, zerstreut und abgesondert unter den Völkerschaften in allen Provinzen deines Königreiches. Und ihre Gesetze sind verschieden von denen jedes anderen Volkes, und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht. Dem König bringt es nichts ein, sie gewähren zu lassen…“

 

Wie auch in Ägypten, assimilieren sich die Juden im babylonischen Exil sehr stark. Die meisten wollten nicht mehr zurück nach Israel gehen und den Tempel wiederaufbauen. Hamans Argumente, dass die Juden nach den Gesetzen G-ttes lebten und die königlichen Gesetze ablehnten waren also weit überzogen. Und doch konnte der König Achaschwerosch, ähnlich wie der Pharao, eine Gefahr für seine Macht darin erkennen, dass es früher oder später dazu kommen kann, dass die für seine Macht und seine Esaws-Ideologie äußerst bedrohlichen Grundsätze des Judentums Sympathien unter seinen Untergebenen gewinnen. Er stimmte dem Vernichtungsplan zu.

 

Ähnlich wie der Pharao nutzte auch Achaschwerosch die angeordnete Vernichtung als politische Waffe zur Konsolidierung seiner Untergebenen. Sie durften die wehrlosen Juden mit eigenen Händen brutal, die Kinder vor den Augen ihrer Eltern an einem Tag, töten und berauben.

 

Und Haman schrieb im Namen des Königs Achaschwerosch:

alle Juden ausrotten, vernichten und zugrunde richten, vom Jüngling bis zum Greis, kleine Kinder und Frauen, an einem Tag, am dreizehnten des zwölften Monats, der der Monat Adar ist, und ihre Habe als Beute zu plündern. (Megilat Ester, 3:12-15).

 

Israel im römischen (edomischen) Exil

 

Die Geschichte des Kampfes Esaws und seiner Nachfahren (Edom) gegen Jakov und sein Volk Israel kann man im Laufe der ganzen Geschichte des jüdischen Volkes verfolgen. Esaw (Edom) verfolgt konsequent sein Ziel, unter den Völkern als Herrscher und Gesetzgeber anerkannt zu werden. Die Nachfahren von Esaw bleiben dem Vermächtnis ihres Urvaters, Israel zu vernichten, immer treu.

 

Nachdem die Römer den Zweiten Tempel in Jerusalem zerstörten und die Juden umbrachten und vertrieben, war die Geschichte der Juden in den Exilländern seit dem 11. Jahrhundert durchgehend von Pogromen, Vertreibung und Vernichtung, durch Tötung oder durch Zwangsassimilierung, begleitet:

Frankreich (fünf Mal), England, Spanien (zwei Mal), Italien (Sizilien, Florenz), Portugal, Russland (Rus, Novgorod, Russland), Schweiz (Zürich) usw.

 

Für die moderne abendländische Demokratie bleibt das Judentum mit seinen moralischen, ethischen und rechtlichen Werten der Tora lebensbedrohlich. Diese passen nicht für ein immer an der Macht bleibendes Parteikartell. Der Antisemitismus ist der normale Zustand der Machthabenden in einer Pseudo-Demokratie, wie wir sie heute in Deutschland erleben.

 

Die Vernichtungsstrategien der Machthabenden gegen das Judentum haben sich seit tausenden Jahren prinzipiell nicht geändert. Hinzu gekommen sind das in Deutschland nach der Wiedervereinigung erfundene, als Zentralrat der Juden präsentierte und vom deutschen Staat finanzierte Ersatzjudentum, hinter dem die Machthabenden ihren Vernichtungskrieg verstecken, und das in Deutschland von Moses Mendelssohn erfundene und vom deutschen Staat finanzierte Reformjudentum, das wie auch das Ersatzjudentum kein Judentum ist.

 

Seit der Wiedergründung des Staates Israel unterstützt Europa und insbesondere Deutschland alle Feinde Israels, die den jüdischen Staat vernichten wollen. Die Vernichtung des Judentums, der Juden und aktuell auch des jüdischen Staates gehört zur Esaw-Ideologie. Ohne diese Ideologie würde der jüdische Staat Israel für seine in den letzten 70 Jahren erbrachten hervorragenden Leistungen für die Welt als Muster einer echten Demokratie und Entwicklung dienen. Die Esaw-Welt kann aber einen jüdischen Staat als Muster nicht ertragen. Dies wäre für die Europa-Demokraten ein lebensgefährlicher Präzedenzfall. Und für alle ehrlichen Europäer - ein musterwürdiger. Für Bill Gates, Microsoft-Gründer und Mäzen, ist es das bereits. Er sagte in einem seiner Interviews für die Zeitung Maariv:

 

Israel ist eine Supermacht. Israel kann sicher als Hauptplattform für alle Errungenschaften in der Welt der Wissenschaft, Medizin, Forschung, Technologie und Innovation bezeichnet werden. Dieses Land schafft wichtigste Durchbrüche und Weltentdeckungen. Dass ungefähr 22% aller Nobelpreisträger Juden sind, beweist nur einmal mehr, dass das Volk Israel die treibende Kraft der ganzen Welt ist. Israel ist die Hightech-Supermacht der Welt und dies erklärt seinen bedeutenden Beitrag nicht nur zur Organisation von Startups, sondern auch zur Schaffung von Forschungszentren für transnationale Unternehmen wie Microsoft, Intel und Motorola… Zusätzlich zu den oben genannten hat der jüdische Staat das einzigartigste Luftverteidigungssystem "Iron Dome" geschaffen. Es waren die Israelis, die den Venus-Satelliten starteten, dank dessen das Problem der Vegetation des Planeten kontrolliert wird, was Spezialisten hilft, Klimaveränderungen zu stoppen! Nur in dieses Land kommen Menschen aus der ganzen Welt, um innovative medizinische Versorgung zu erhalten ... Die lokalen Startups sind den Unternehmen im Silicon Valley in den USA sehr ähnlich. Wenn Sie in etwas gut sind, führt ihr Erfolg zur Entwicklung verwandter Bereiche. Israel ist den Vereinigten Staaten viel ähnlicher als jedes andere Land, das ich besucht habe… Seit über 70 Jahren ist die Welt erschüttert von den herausragenden Ideen der Juden, ihrer Bewegung in neue Höhen und ihrem Wunsch, die Welt zum Besseren zu verändern. Seit mehr als 70 Jahren ist Israel das Epizentrum der technologischen Prozesse und brillanten neuen Konzepte, die die Menschheit verändern. Mehr als 70 Jahre - und das ist erst der Anfang!

 

Im Holocaustmuseum in Moskau ist ein Zitat aus dem Buch „Leben und Schicksal“ des russischen Schriftstellers Wasilij Großman zu sehen:

 

„Die Geschichte der Menschen war nicht der Kampf des Guten, bestrebt, das Böse zu besiegen. Die Geschichte der Menschheit - das ist der Kampf des großen Bösen, welches bestrebt ist, das Körnchen der Menschlichkeit zu zerschlagen. Aber wenn jetzt das Menschliche im Menschen nicht getötet ist, so wird das Böse auch den Sieg nicht erringen“.

 

Von Shimon Nebrat Kislew, 5781

Historische Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts – Beschluss 2 BvR 890/06 vom 12. Mai 2009 – stellt einen sehr bedeutenden Schritt im Verhältnis zwischen dem Deutschen Nationalstaat und der Jüdischen Nation nach dem Zweiten Weltkrieg dar.

Durch die Machtübernahme der deutschen Faschisten war den (gesetzestreuen) Juden in Deutschland die Möglichkeit genommen worden, ihre Religion frei auszuüben.

Mit der jetzigen Entscheidung haben sie zum ersten Mal die Möglichkeit, ihr Gemeindeleben unabhängig von dem so genannten Zentralrat der Juden in Deutschland bzw. seinen Landesverbänden gestalten zu können.

Das Bundesverfassungsgericht hat deutlich gemacht, dass ein staatlicher Zwang zu einer einheitlichen organisatorischen Zusammenfassung aller Juden in Deutschland, wie die bisherige Praxis der Bundesregierung und der Landesregierungen war, mit dem im Grundgesetz garantierten Recht auf religiöse Selbstbestimmung nicht vereinbar ist.

Die gesetzestreuen Juden in Deutschland haben jetzt die Möglichkeit bekommen, das Vermächtnis der letzten Rabbiner des von den deutschen Faschisten vernichteten „Halberstädter Bundes“ (Bundes gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden) in Erfüllung zu bringen.

Dieses Vermächtnis ist vom Rabbiner Izhak Hakohen Halberstadt (sel. A.) in Berlin bei der feierlichen Gründungsveranstaltung des Bundes gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland im Mai 1999 übergeben worden:

„Wenn ihr irgendwann nach Deutschland zurück kehren solltet, müsst ihr aus dieser von den Nazis gegründeten Zentralen (Zwangs)Vereinigung der Juden wieder austreten. Im Judentum kann es keine Einheitsgemeinden geben“.

Die rabbinische Prophezeiung geht jetzt in Erfüllung. In Deutschland leben wieder gesetzestreue Juden. Neben den sogenannten progressiven Juden, sogenannten Einheitsgemeinden und nicht religiösen jüdischen Gruppierungen, die sich wegen der staatlichen Förderungen auch als jüdische Gemeinden bezeichnen, entstehen wieder Gesetzestreue Jüdische Gemeinden. Sie haben im Jahr 1998 die Möglichkeit bekommen, sich im Bund Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland zu organisieren.

Unbestritten bleibt, dass die „Progressiven“, Atheisten und Gesetzestreuen keine gemeinsamen Interessen haben und haben können und daher keine gemeinsame Interessenvertretung möglich ist. 1989 begann die Aufnahme von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion. Damit begann auch die Wiederherstellung des Judentums in Deutschland, so dass der sogenannte Zentralrat der Juden in Deutschland nicht mehr als eine Interessenvertretung aller Juden in Deutschland zu verstehen war, sondern eher eine für die Bundesregierung besonders bequeme Regulierungs- und Beziehungsform mit der „jüdischen Seite“ darstellte.

Bundesverfassungsgericht

Eine „jüdische Seite“ existiert jedoch genauso wenig wie eine „christliche Seite“. Ähnlich wie Protestanten und Katholiken im Christentum gesondert, aber jeweils gleichbehandelt werden, müssen auch gesetzestreue Juden und andere Juden paritätisch behandelt werden.

In den Augen vieler zugewanderter Juden stellt jetzt der sogenannte Zentralrat der Juden eine dem Judentum fremde Zweckgemeinschaft dar, die man für alle möglichen politischen Anlässe benutzen kann. Unter dem Dach dieses Zentralrates sind zwei einzigartige und typisch deutsche Phänomene entstanden: Einheitsgemeinde und Nichtjuden (nach der Halacha) als Vertreter der Jüdischen Gemeinden.

Es ist jetzt höchste Zeit, die Spreu vom Weizen zu trennen. Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist nun geklärt, dass auch die Bundesregierung verpflichtet ist, den Bund Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland und den sogenannten Zentralrat der Juden in Deutschland paritätisch zu behandeln. Dementsprechend soll der 1998 in Berlin wieder gegründete Bund Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland jetzt wachsen, stärker werden und seine Vertretungs- und Förderungsansprüche gegenüber der Bundesregierung geltend machen.

Wir hoffen auf eine gute Partnerschaft und segensreiche Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und den zuständigen Bundesbehörden, denn nur zusammen können wir unser gemeinsames Ziel – Wiederherstellung des vernichteten jüdischen Lebens in Deutschland – erreichen.

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundes Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland und der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg zum Beschluss des Bundesverfassungsgerichts.

Im Auftrag des Präsidiums des Bundes Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland
Daniel Khaet

Im Auftrag des Vorstandes der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg
Semen Gorelik

Potsdam, 24.06.2009
2. Tamus 5769


Das Oberverwaltungsgericht in Frankfurt (Oder) bestätigt das Recht der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg auf Gleichbehandlung

IM NAMEN DES VOLKES
Urteil des Oberverwaltungsgerichtes vom 10.05.2005
(Volltext, PDF-Datei ca.700 kB)

Auch in zweiter Instanz hat das Oberverwaltungsgericht am 10. Mai 2005 der Klage der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg gegen das Kulturministerium des Landes in vollem Umfang stattgegeben. Das Gericht hat die Berufung des Kulturministeriums des Landes zurückgewiesen und sowohl den Förderbescheid zugunsten der jüdischen Gemeinde Land Brandenburg als auch den Ablehnungsbescheid zulasten der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde aufgehoben und damit die gesamte bisherige Förderpraxis des Kulturministeriums, soweit diese die zwei in Brandenburg existierenden unabhängigen jüdischen Religionsgemeinschaften zum Gegenstand hat, für rechtswidrig erklärt, da diese Praxis gegen das Gleichbehandlungsprinzip sowie gegen das staatskirchliche Gebot der Neutralität und Parität verstößt.

Potsdam, Ijar 5765

 

https://www.brandenburg.de/sixcms/detail.php?id=212832&template=seite_ovg_1

Klage der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde auf Neuverteilung von Fördermitteln hat vor dem Oberverwaltungsgericht Erfolg;
Urteil des 1. Senats vom 10. Mai 2005 - 1 A 744/03 –

Das Oberverwaltungsgericht hat in einem Berufungsverfahren über die Klage der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde gegen das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg entschieden, dass die Vergabe der Fördermittel des Jahres 2000 für jüdische Kulturgemeinden neu vorgenommen werden muss. Das beklagte Ministerium hatte die vom Haushaltsgesetzgeber mit dem Haushaltsplan des Jahres 2000 in Höhe von 350.000 DM zur Verfügung gestellten Zuschüsse für jüdische Kulturgemeinden ausschließlich - und zwar in Höhe von 300.000 DM - an die auch schon in den Vorjahren in ähnlicher Höhe unterstützte Jüdische Gemeinde Land Brandenburg vergeben. Anträge der Klägerin, die eine orthodoxe Ausrichtung des jüdischen Glaubens vertritt, blieben hingegen erfolglos. Zur Begründung hatte das Ministerium im Wesentlichen ausgeführt, dass die Förderung auf eine Landesgemeinde konzentriert werden solle und die erst 1999 gegründete Klägerin nur eine kleine und unbedeutende Absplitterung von der bereits 1991 gegründeten Mehrheitsgemeinde darstelle. Auf die hiergegen erhobene Klage der Klägerin hat das Verwaltungsgericht die angefochtene Bewilligung der Zuschüsse zugunsten der zum gerichtlichen Verfahren beigeladenen Jüdischen Gemeinde Land Brandenburg aufgehoben, aber das Begehren der Klägerin auf Neubescheidung ihres eigenes Förderantrages abgelehnt. Zur Begründung hat es im Kern darauf abgestellt, dass die Vergabe von Fördermitteln für Religionsgemeinschaften jedenfalls in dem hier gewährten Umfang, der einer institutionellen Förderung gleichkomme, nicht allein auf haushaltsmäßiger Grundlage geschehen dürfe, sondern durch ein materielles Parlamentsgesetz geregelt werden müsse.

Der 1. Senat hat mit dem Urteil der Klage der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde in vollem Umfang stattgegeben und das erstinstanzliche Urteil entsprechend geändert. Zur Begründung hat der 1. Senat hervorgehoben, dass auch im Bereich der Förderung von Religionsgemeinschaften die Verteilung der Mittel grundsätzlich der ebenfalls an den Gleichbehandlungsgrundsatz gebundenen Exekutive überlassen sei. Ein Ausnahmefall, bei dem wegen des Vorbehalts des Gesetzes für mit Grundrechtseingriffen verbundene Subventionen eine weitergehende gesetzliche Regelung erforderlich sei, liege hier nicht vor. Insbesondere greife die Förderung jüdischer Kulturgemeinden nicht in Grundrechte Dritter ein. Allerdings verstoße die Entscheidung des Beklagten über die Verteilung der Mittel für das Jahr 2000 gegen den Gleichheitsgrundsatz und das staatskirchenrechtliche Gebot der Neutralität und Parität der Religionsgemeinschaften. Der Staat sei zwar nicht verpflichtet, alle Religionsgemeinschaften schematisch gleich zu behandeln, sondern dürfe bei einer Förderung etwa nach ihrer Größe und Beständigkeit differenzieren. Dies dürfe aber im konkreten Fall nicht so weit gehen, die größere Jüdische Gemeinde Land Brandenburg dauerhaft und weitreichend zu unterstützen und zugleich der Klägerin als der daneben bestehenden kleineren Gemeinde, die nach ihrer religiösen Überzeugung eine Mitgliedschaft in der Mehrheitsgemeinde ablehne, eine Förderung zu versagen. Auch der kürzlich geschlossene und vom Landesgesetzgeber gebilligte Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und der Jüdischen Gemeinde Land Brandenburg sehe ausdrücklich vor, dass auch solche Gemeinden an der Förderung angemessen teilhaben sollen, die nicht Mitglied in der Jüdischen Gemeinde Land Brandenburg oder dem Zentralrat der Juden in Deutschland seien.

Im Ergebnis hat der 1. Senat deshalb das erstinstanzliche Urteil bestätigt, soweit hierdurch die Bewilligung von Zuschüssen zugunsten der beigeladenen Jüdischen Gemeinde Land Brandenburg aufgehoben worden ist, und den Beklagten verpflichtet, über den Antrag der Klägerin auf Bewilligung von Zuschüssen unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts zu entscheiden.


         
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